Schwimmen lernen braucht Geduld

 


Schwimmen lernen braucht Geduld – Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut...

Wenn sich die Gelegenheit ergibt, spreche ich gerne mit den Eltern, die mir ihre Kinder anvertrauen, damit sie schwimmen lernen. Man kann nicht erwarten, dass jemand ohne Fachkenntnisse oder Ausbildung im Bereich Schwimmunterricht bzw. Schwimmtraining genau weiß, wie der Lernprozess beim Schwimmen aussieht.
Deshalb stelle ich meistens eine ganz einfache Frage:

Möchtest du, dass dein Kind wirklich schwimmen lernt – oder ist das Ziel eher, dass es im Notfall, zum Beispiel nach einem Sturz ins Wasser, irgendwie den Beckenrand erreicht, sich dort festhalten und selbstständig herausklettern kann, also in erster Linie überlebt?

Ich denke, erst nachdem diese Frage beantwortet ist, kann man wirklich ernsthaft über das Thema sprechen.

Damit dieser Beitrag jedoch sachlich und objektiv bleibt, habe ich mich ein wenig mit den Informationen beschäftigt, die im Internet veröffentlicht wurden. Diese zitiere ich im Folgenden – vor allem für jene Eltern, die hoffen, dass ihr Kind, das derzeit noch fast panisch vor dem Wasser zurückschreckt, nach fünf Einheiten bei mir bereits schwimmen kann (was leider trotz aller Bemühungen nicht der Fall sein wird).

Daher nun eine fachliche Einordnung:

"Bei einem durchschnittlichen Kleinkind kann man mit etwa 5–10 Schwimmstunden rechnen, bis es sich an das Wasser gewöhnt hat und sich darin sicher und wohl fühlt. In dieser Phase geht es vor allem um Wassergewöhnung: ins Wasser gehen, Gesicht ins Wasser tauchen, gleiten, spielen und Vertrauen zum Element Wasser aufbauen.

Sobald sich das Kind sicher fühlt, beginnt das eigentliche Schwimmenlernen. Dafür benötigt ein Kind im Durchschnitt weitere etwa 15–25 Schwimmstunden, um die grundlegenden Schwimmbewegungen zu erlernen und sich selbstständig einige Meter im Wasser fortbewegen zu können.

Insgesamt braucht ein durchschnittliches Kind also ungefähr 20–35 Unterrichtsstunden, um vom ersten Kennenlernen des Wassers bis zu den ersten selbstständigen Schwimmbewegungen zu gelangen. Natürlich kann dies je nach Alter, Motorik, Selbstvertrauen und Übungsmöglichkeiten variieren."

Kurz gesagt: Verbringt so viel Zeit wie möglich mit euren Kindern im Wasser – es lohnt sich. Und wenn das aus irgendeinem Grund bis zum Alter von etwa vier oder fünf Jahren nicht möglich war, dann habt bitte Geduld, wenn sie schwimmen lernen.
Auch wenn wir in einer schnellen, oft hektischen Welt leben, brauchen gute Dinge noch immer Zeit.

Mit Liebe, 
Fanni

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