My job - my passion



Vielleicht wissen es nur wenige, aber meine Trainerkarriere hat sich eigentlich erst in Österreich richtig entfaltet. Dort stellte mir eine sehr liebe und unterstützende Dame  (Danke Sonja) während eines spontanen Gesprächs die Frage, ob ich Interesse hätte, die Schwimmtrainings eines Rad-/Triathlonteams zu leiten. Das Team hatte sowohl eine Erwachsenen- als auch eine Kindergruppe. Ich antwortete mit einem etwas unsicheren "Ja", denn zuvor hatte ich in Ungarn lediglich als Unterstützung im Kinderschwimmunterricht gearbeitet.

Die Trainings verliefen gut, das Team akzeptierte mich schnell – ich darf wohl sagen, sie haben mich ins Herz geschlossen – und ich fühlte mich von Tag zu Tag wohler am Beckenrand. Anfangs hatte ich sprachliche Schwierigkeiten, aber ich lernte fleißig: Vor den Trainings schlug ich Wörter nach, manchmal schrieb ich mir unbekannte Begriffe sogar auf die Handfläche, damit ich sie möglichst oft verwenden und mir besser merken konnte.

Der nächste „Zufall“ – wobei ich glaube, dass alles aus einem bestimmten Grund geschieht – war ein Jobangebot bei einem Dachverband, wo man vor allem Unterstützung im Schwimmunterricht für Schulkinder suchte und bis heute sucht. Ich habe jede Aufgabe immer sehr ernst genommen und deshalb trotz meiner sportlichen Vergangenheit intensiv an meiner Weiterbildung gearbeitet. An der BSPA absolvierte ich zunächst die Ausbildungen zum Übungsleiter, später zum Instruktor, Grundlage Trainer und Schwimmtrainer. Zusätzlich besuchte ich Kurse bei der Wasserrettung und beim Roten Kreuz.

Mit wachsendem Wissen und zunehmender praktischer Erfahrung wurde ich auch immer erfolgreicher und gefragter in diesem Beruf. Doch das Wichtigste, was ich gelernt habe, ist: Schwimmen zu können und Schwimmen zu unterrichten sind zwei völlig unterschiedliche Dinge – auch wenn ich bereits mit etwa fünf Jahren schwimmen gelernt habe und später Masters-Europa- und Weltmeistertitel erreichen durfte.

Erst heute verstehe ich wirklich, wie komplex der Schwimmsport ist. Wie entscheidend die Wasserlage ist, die Koordination – weil Arme und Beine nicht gleichzeitig und nicht im gleichen Rhythmus arbeiten –, das Timing und das Gefühl für den richtigen Bewegungsablauf. All das macht das Schwimmenlernen nicht einfach.

Deshalb habe ich großen Respekt vor allen Eltern, die ihre Kinder zum Schwimmunterricht bringen. Ebenso ziehe ich meinen Hut vor Jugendlichen, die ihre Technik perfektionieren oder sogar einen Ironman absolvieren. Aber auch vor älteren Menschen, die nie schwimmen gelernt haben und trotzdem mit 50 Jahren ins Wasser springen und alles dafür tun, Schwimmen zu lernen. Und ich bewundere Pensionistinnen und Pensionisten, die oft Tag für Tag eine Stunde diesem wunderbaren, aber nicht einfachen Sport widmen.

Ich bin dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, mein Wissen an Kinder und Erwachsene weiterzugeben und ihnen das Wasser und das Schwimmen näherzubringen – jedem, der offen dafür ist oder zumindest Neugier in sich trägt.

Es stimmt wirklich: Höre nicht auf, bis du die Arbeit gefunden hast, die sich nicht wie Arbeit anfühlt, sondern wie Leidenschaft.

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